Wachsender Anstieg der Erziehungshilfeleistungen

Das statistische Bundesamt hat die Daten des Jahres 2014  veröffentlicht. Nach den Daten haben 1.037.728 junge Menschen eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen. Vor allem in der stationären Unterbringung (§34 SGB VIII) der Jugendlichen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren gibt es eine Steigerung um 7% zum Vorjahr 2013. Die Quote ist von 56 Hilfen, pro 10000 der alters- und geschlechtsspezifischen Bevölkerung, innerhalb eines Jahres auf 69 Hilfen im Jahr 2014 gestiegen. Dabei ist der Anstieg größtenteils auf männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund zurückzuführen. Im Jahr 2014 sind es bereits 46%.

Gespannt dürfen wir auf die Zahlen für 2015 und 2016 blicken, wenn die Flüchtlinge zahlenmäßig erfasst werden.

In Folge der hohen Zugangszahlen im Jahr 2015 haben sich die Zeiten des prekären Aufenthalts in Not- und Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) massiv verlängert. Die oft monatelangen Wartezeiten bis zur Registrierung und Antragsstellung verlängern die Zeiträume des unsicheren Aufenthalts und Verzögern die Integration der Flüchtlingskinder in die kommunalen Systeme, wie etwa die Regelschule. Die rechtlichen Änderungen in 2015 verstärken zudem für Kinder und Jugendliche, denen eine geringe Bleibeperspektive unterstellt wird, die unsichere Aufenthaltssituation und führen zugleich zu neuen umfassenden Formen der Ausgrenzung. Eine steigende Zahl wird nicht nur von fairen Asylverfahren mit effektiv durchsetzbaren Rechtsansprüchen, sondern auch von Integrationsmaßnahmen und einer Bleibeperspektive ausgeschlossen. Hierzu tragen u.a. die rechtliche Konstruktion und Erweiterung der Liste der ‚sicheren Herkunftsstaaten‘ (Anlage II § 29a AsylG) und daran anknüpfende Restriktionen sowie die verlängerte bzw. dauerhafte Unterbringung in Sondereinrichtungen (Erstaufnahme und „Balkan-Sonderlager“) bei.

 

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